Konzept

Unser Leitmotiv: 

An unserer Schule für alle 

  • wird niemand zurückgelassen und 
  • das Recht aller Kinder auf bestmögliche Bildung und Ausbildung ernst genommen, 
  • werden ungleiche Chancen so gut wie möglich ausgeglichen und Benachteiligungen vermieden.


Unsere IGS ist Ganztagsschule

Zum pädagogischen Konzept der Integrierten Gesamtschule Trier gehört, dass nachdrücklich andere Formen des Lernens praktiziert werden und Selbstständigkeit unterstützt wird. Die Schule wird als Lebensraum verstanden und auch so organisiert. Eine freundliche, konstruktive Lernatmosphäre und eine ausgeprägte Schulkultur sind uns wichtig. Lernen im Ganztag ist dafür unerlässlich.

Mehr Zeit für Kinder, mehr Zeit zum Lernen – Ganztagsschule

Das vielfältige Angebot an der IGS Trier erfordert eine andere Aufteilung des Schulalltages. Das längere gemeinsame Lernen ist erforderlich, um den individuellen Lernwegen unserer SchülerInne gerecht zu werden. Kennzeichen unseres ganztägigen Lernens sind: 

  • rhythmisierter Unterricht
  • lehrerbetreute Lernzeiten statt Hausaufgaben
  • Unterrichts-, Förder- und Freizeitmodule
  • Projekte
  • ein erweiterter Fächerkanon (Offenes Lernen, Klassenrat, Morgenkreis, Neigungskurse,…)
  • offene, betreute, moderne Mediothek

Unser detailliertes Ganztagskonzept befindet sich zurzeit in Überarbeitung und wird Ihnen demnächst auf unserer Homepage zugänglich gemacht.

Grundlagen und Prinzipien

Soziale Inklusion

Der Begriff Soziale Inklusion beschreibt eine Sozialethik. Sie formuliert, dass jeder Mensch in seiner Individualität akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang an der Gesellschaft teilzunehmen. Unterschiede und Abweichungen werden im Rahmen der Sozialen Inklusion bewusst wahrgenommen.

Inklusive Bildungskonzepte

Eine Erklärung über die Inklusion als wichtigstes Ziel der internationalen Bildungspolitik und ein Rahmen für deren Umsetzung war das Hauptergebnis der UNESCO-Konferenz, die1994 inSalamanca stattfand:

„Das Leitprinzip, das diesem Rahmen zugrunde liegt, besagt, dass Schulen alle Kinder, unabhängig von ihren physischen, intellektuellen, sozialen, emotionalen, sprachlichen oder anderen Fähigkeiten aufnehmen sollen. Das soll behinderte und begabte Kinder einschließen, Kinder von entlegenen oder nomadischen Völkern, von sprachlichen, kulturellen oder ethnischen Minoritäten sowie Kinder von anders benachteiligten Randgruppen oder – gebieten.“

Diese Erklärung bildet die Grundlage des Schul- und Bildungskonzeptes der IGS Trier. Jede Person wird als wichtiges Mitglied der Schulgemeinschaft wertgeschätzt. Schule als Lebensraum fördert die Gemeinschaft aller Menschen, die ihr verwoben sind, bietet Unterstützungsangebote auf allen Ebenen und für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft an. Deshalb arbeitet die IGS Trier als Schwerpunktschule und integriert Kinder mit Förderbedarf in die Schulgemeinschaft.

Umgang mit Vielfalt

In der IGS Trier werden alle Kinder und Jugendlichen gemeinsam unterrichtet und individuelles Lernen wird ermöglicht. Der Unterricht wird auf die Vielfalt der SchülerInnen hin geplant und entwickelt ein positives Verständnis für Unterschiede. Vielfalt wird als Chance gesehen. Die Schule versucht alle SchülerInnen dabei zu unterstützen, ihre bestmöglichen Leistungen zu erbringen. Sie werden darin bestärkt, sich selbst hohe Ziele zu setzen und eigenverantwortlich zu lernen. Die Einschätzung der eigenen Stärken und Lernfortschritte wird gefördert. In Schüler-Lehrer-Eltern-Gesprächen werden Lernfortschritte gemeinsam eingeschätzt und bewertet. Hindernisse für das Lernen werden abgebaut und die Teilhabe der SchülerInnen am Lernprozess verstärkt. Alle Kinder haben die Möglichkeit lange gemeinsam zu lernen.

 

Zur Struktur der Jahrgangseinheiten

Vier Parallelklassen und jeweils zwei KlassenlehrerInnen bilden zusammen ein Jahrgangsteam. Die LehrerInnen des Teams decken den überwiegenden Teil des Unterrichts in diesen vier Klassen ab. Die vier Klassen befinden sich auf einem Jahrgangsflur (benachbarte Räume). Zu den Räumen ihres Teams gehören die vier Klassenräume, ein  Differenzierungsraum und ein Teamlehrerzimmer. Der Jahrgangsflur bleibt  von der 5. bis zur 10. Klasse erhalten. Ein zentrales pädagogisches Element ist die heterogene Tischgruppe, die kleinste Einheit des gemeinsamen Lernens.

 

Raumkonzept

Die Klassenräume sind das „Zuhause“ einer Klasse:

Die Klasse gestaltet ihren Raum selbst:

  • sie ist verantwortlich für einen schonenden Umgang mit der Einrichtung.
  • die Klassen fegen ihren Raum selbst.
  • der Klassenraum stellt eine lernanregende Umgebung für die SchülerInnen dar.
  • hier stellen sie Schülerprodukte aus.
  • er enthält Lehr- und Lernmaterialien.

Der Differenzierungsraum wird von allen Klassen eines Jahrgangs genutzt. Er dient unterschiedlichen Zwecken:

  • er ist Arbeitsbereich für Gruppenarbeit und Differenzierungsmaßnahmen.
  • hier kann experimentiert, gemalt, gehandwerkt oder geprobt werden.
  • er ist Versammlungs- und Präsentationsraum der Klassen des Jahrgangs.
  • er dient für Vorträge, Elternpräsentationen  und Vorführungen in kleinerem Kreis.

 Das Teamlehrerzimmer liegt zentral auf dem Jahrgangsflur:

    • die räumliche Nähe von LehrerInnen und SchülerInnen ist gewährleistet.
    • ein Austausch der LehrerInnen eines Jahrgangs wird dadurch erleichtert.

 

Organisationskonzept

Regelmäßig treffen sich die KlassenlehrerInnen eines Jahrgangs zu Teamsitzungen. Jedes Team wählt einen Teamsprecher und einen Vertreter für die Steuergruppe Schulentwicklung.

Die Schulleitung ist zuständig für die Zusammensetzung des Teams. Dabei spielen folgende Fragen eine wichtige Rolle:

  • Sind alle Fächer im Team vertreten?
  • Können die Kolleg/innen miteinander arbeiten?
  • Sind die Geschlechter ausgewogen vertreten?

Um dieses Teammodell so aufrechterhalten zu können, ist gelegentlich fachfremder Unterrichtseinsatz nötig. Die KollegInnen müssen dazu bereit sein, eine enge Kooperation mit den Teamkollegen in inhaltlicher und methodischer Hinsicht gewährleistet die Unterrichtsqualität. Die Schulleitung trägt dafür Sorge, dass die KollegInnen mit möglichst vielen  Stunden in ihrem Team eingesetzt sind.

Pädagogische Ziele dieser Struktur: 

  • Das Team kann SchülerInnen langfristig begleiten, Entwicklungen wahrnehmen und beeinflussen.
  • Kontinuierliche soziale Beziehungen entstehen und werden verlässlich.
  • Kommunikation und Kooperation finden hier einen institutionellen Rahmen.
  • Die LehrerInnen haben die Verantwortung für die SchülerInnen ihres Jahrgangs und treffen enge Absprachen.
  • Das Team kann über Fächergrenzen hinweg planen und Zeitstrukturen gemeinsam gestalten.
  • Auf diese Art und Weise wird die Teamarbeit der LehrerInnen auf die Klassen übertragen.


Jahresarbeitspläne

Jahresarbeitspläne sind das zentrale Planungsinstrument für das Lehrerteam eines Jahrgangs. In der letzten Woche der Sommerferien wird das kommende Schuljahr strukturiert, Klassenfahrten und Projekte vereinbart, die Fächercurricula aufeinander abgestimmt. Hier werden auch die Methodenfortbildungen vorgesehen und vereinbart. Die Jahresarbeitspläne sind Leitlinie und Richtschnur der Arbeit. Wichtig ist, dass sich jedes Team zu Beginn eines Schuljahres darauf einigt und am Ende darauf zurückblickt, wie die vereinbarte Arbeit sich gestaltet hat. Erfahrungen werden dann an das nächste Team weiter gegeben. Für die IntegrationsschülerInnen wird der Lehrplan der jeweiligen Förderschule berücksichtigt.


Lehrerfortbildung

Wer an unserer Schule LehrerIn ist, nimmt in regelmäßigen Abständen an Fortbildungen teil. Die Fortbildungen sind verpflichtend und richten sich

  • nach den Notwendigkeiten der Jahrgangsstufe, in der man gerade unterrichtet,
  • nach den Weiterentwicklungsnotwendigkeiten der gesamten Schule
  • nach dem Entwicklungsbedarf im Fachbereich.

Unser detailliertes Fortbildungskonzept ist in Erarbeitung und wird Ihnen demnächst auf unserer Homepage zugänglich gemacht.


Verantwortung übernehmen

Nur wer früh lernt, Verantwortung zu übernehmen, wird später ein wichtiges und verlässliches Mitglied unserer demokratischen Gesellschaft sein können. Wir versuchen, unsere SchülerInnen möglichst vielfältig an Verantwortung heranzuführen. 

Verantwortung für sich selbst

Jedes Kind ist für seinen eigenen Lernprozess verantwortlich. Es ist wichtig zu wissen, wie man lernt, was beim Lernen hilft und was stört. Es ist wichtig, sein Lernen selbst zu organisieren. In Schüler-Lehrer-Eltern-Gesprächen sprechen unsere SchülerInnen mit ihren LehrerInnen und Eltern über ihr Lernen und ihre Leistungen, in Lernvereinbarungen setzen sie sich selbst Ziele. Jedes Projekt, jede Präsentation, jedes größere Vorhaben im Unterricht verlangt eine Reflexion über den eigenen Lernprozess. Im Fach Offenes Lernen erlernen die Kinder Methoden des selbstständigen Arbeitens. Im Laufe der Orientierungsstufe sollen sie lernen, ihr Leistungsvermögen richtig einzuschätzen und Aufgaben verschiedener Niveaustufen auszuwählen.

Verantwortung für einander

Jeder Schüler und jede Schülerin ist ein wichtiger Bestandteil der Klassengemeinschaft. Hier werden Regeln gesetzt und eingehalten, wird eine Gesprächskultur entwickelt, Akzeptanz und Toleranz gelernt. Im wöchentlichen Klassenrat (/www.derklassenrat.de) wird um die Lösung von Konflikten gerungen und der individuelle Wille mit den Wünschen der anderen abgestimmt. In den Klassen gilt ein achtsamer Umgang miteinander.

Verantwortung für Räume

Die SchülerInnen sind für die Gestaltung, den pfleglichen Umgang mit dem Mobiliar und die Sauberkeit ihrer Klassenräume und des Jahrgangsflurs selbst verantwortlich.

Verantwortung in der Einen Welt – interkulturelles Lernen

Die IGS Trier fördert interkulturelles Lernen durch regelmäßige Europatournéen der Bläsergruppe, Schulpartnerschaften mit Schulen in Pula (Kroatien) und Paris (Frankreich) und die Unterstützung der Solidaritätsarbeit mit Ruanda.


Selbstständig lernen und planen

Die Heterogene Tischgruppe (HT)

Die IGS Trier begreift die Heterogenität jeder Klasse als eine große Chance. Hintergrund ist die Grundüberzeugung, dass gemeinsames Lernen unterschiedlich begabter Schülerinnen und Schüler möglich ist und allen Beteiligten Vorteile bringt. So werden in der IGS Trier, beginnend mit der 5. Klasse, Tischgruppen gebildet, in denen jeweils vier unterschiedlich begabte SchülerInnen mit- und voneinander lernen. Während des ersten Halbjahres werden verschiedene Zusammensetzungen der Tischgruppen erprobt. Diese heterogenen Tischgruppen bleiben in dieser Zusammensetzung möglichst bis zum Ende der Schulzeit stabil. Da die Gruppenarbeit an der Teamschule IGS ein zentrales Element ist, legen wir ein besonderes Augenmerk auf diese Sozialform, um eigenverantwortliches Lernen und Individualisierung in unseren heterogenen Gruppen zu fördern: „Lernen ist ein Kommunikationsprozess, mithin am Erfolgreichsten in und durch Gruppen, die für sich selbst verantwortlich sind. Lernen in der Gruppe ermöglicht zugleich optimale Individualisierung, weil jeder auf seine Weise und nach seinen Kräften für sich und andere zum Gruppenerfolg beitragen kann.“ (Ulrich Herrmann: Gehirngerechtes Lehren und Lernen. S.14. InNeurodidaktik. 2006)

In den Klassen 5 und 6 müssen die SchülerInnen zunächst zu verstärkter Selbstständigkeit angeleitet werden und kooperatives sowie eigenverantwortliches Arbeiten in kleinen Gruppen trainieren.  Dafür erhalten die Tischgruppen ein Tischgruppentraining. Dabei erfahren die Schülerinnen und Schüler die Notwendigkeit von Regeln und lernen, sich als Gemeinschaft zu begreifen und Probleme gemeinsam zu lösen. Unterstützt wird das Tischgruppentraining durch das aufbauende Methodentraining, indem die grundlegenden Arbeitstechniken eingeübt werden.

Ab Klassenstufe 7 wird verstärkt auf unterschiedlichen Niveaus gelernt (s. Differenzierungskonzept). Grundlage bleibt jedoch, dass die SchülerInnen nicht äußerlich differenziert werden, sondern weiterhin gemeinsam lernen. Grundlage für die Einstufung in die Lernniveaus bilden zwei Kompetenzbereiche:

1. Fachliche Kompetenz

Sie orientiert sich an den Erwartungshorizonten bzw. an den Bildungsstandards.

2. Kompetenzen bezüglich der Lern- und Arbeitshaltung

Hierbei sollen folgende drei Kategorien besonders berücksichtigt werden:

    • Arbeitsorganisation (sorgfältig, zügig, mit adäquater Zeiteinteilung, saubere und übersichtliche Heftführung…)
    • Leistungsbereitschaft (Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Anstrengungsbereitschaft, Belastbarkeit, Zielstrebigkeit…)
    • Eigenverantwortung  (Interesse, Eigeninitiative, Kritikfähigkeit…)

Auch die Leistungsbewertung findet auf den jeweiligen Niveaustufen statt. Die Aufgabenstellung passt sich dem jeweiligen Niveau an, auch wenn in einer Arbeit in der Regel dasselbe Thema behandelt wird.

Offenes Lernen

Das Fach Offenes Lernen ist mit einer Doppelstunde im Stundenplan der Ganztagsschule verankert. In den Klassenstufen 5-7 findet in diesem Rahmen ein Methoden- und Sozialtraining statt; ab Klasse 8 ist hier Zeit für die Ausarbeitung von Projekten, Referaten etc..

Arbeitsplanung

Unsere SchülerInnen arbeiten im Jg. 5-10 mit einem schuleigenen Aufgabenheft. Dieses enthält:

  • Übersichten über wichtige Ansprechpartner und Telefonnummern der Schule
  • die Hausordnung
  • Teile der übergeordneten Schulordnung
  • die wichtigsten Regeln und schulischen Rituale (z.B. Trainingsraum, Bauwagen)
  • den Stundenplan
  • eine Terminübersicht über das ganze Schuljahr
  • Seiten für die Aufgabenplanung
  • Seiten für Rückmeldungen zwischen Elternhaus und Schule

In jedem Schuljahr muss ein aktuelles Aufgabenheft erworben werden. 

Der Planer wird den Fünftklässlern bei der Einschulung ausgehändigt. Bei Verlust ersetzt ihn der Schüler selbst.  Die Eltern sind gehalten, den Planer in wöchentlichen Abständen zur Kenntnis zu nehmen (Schüler-Lehrer-Elternverträge).


Rituale einhalten und leben

Es ist uns wichtig, das Zusammenleben und -arbeiten in unserer Schule bewusst zu gestalten. Wir sind davon überzeugt, dass angesichts der sich rapide verändernden Lebenswelt der SchülerInnen der Umgang miteinander und die sinnvoll gemeinsam verbrachte Zeit eine wichtige Rolle spielen, um der Tendenz zur Verunsicherung, Vereinzelung und Orientierungslosigkeit entgegenzuwirken.
 
Rituale sollen bei uns:

  • die Arbeit im Unterricht strukturieren,
  • dem Zusammenleben eine verlässliche Orientierung geben,
  • die Schulzeit gliedern und mit Spannung erfüllen und
  • jedem/jeder Einzelnen möglichst einen Halt geben.

Schulzeit ist auch Lebenszeit. Bestimmte Höhepunkte, z. B. der Anfang und das Ende einer Lebensstufe, werden mit Hilfe von Ritualen in besonderer Weise inszeniert. Die Gewissheit der Wiederkehr dieser Rituale gibt Sicherheit. Sie bestärken für alle Beteiligten ein Gefühl der Zugehörigkeit zu dieser Schule und bilden ohne viele Worte das Selbstverständnis der Schule ab. Neben den Ritualen, die die Lebenszeit der SchülerInnen gliedern, versuchen wir an der IGS Trier auch den Alltag mit Hilfe von Ritualen zu strukturieren. 

Dabei unterscheiden wir:

  • Rituale, die sich auf Arbeitssituationen beziehen
  • Rituale, die sich auf das Zusammenleben beziehen

Zu unseren Ritualen gehören z. B.:

  • Klassenrat
  • Montagmorgenkreis
  • Ruhezeichen
  • Einführungswoche für den neuen Jahrgang 5
  • Ökumenischer Adventsgottesdienst des Jahrgangs 6 für den Jahrgang 5
  • immer wieder kehrende Abfolge von Projekten und Präsentation
  • Lebensläufe für Ruanda
  • Abend der Künste (z. B. Theaterstücke, Musikveranstaltungen, Ausstellungen)
  • Adventsbasar
  • Sportfeste

 

Rückmeldung geben

Zur Leistungsbewertung

Ziffernnoten können SchülerInnen einer Lerngruppe in eine Rangfolge bringen, sie können auch annähernd wieder geben, ob und wie jemand den erwarteten Leistungsanforderungen entspricht. Sie können aber nur unzureichend individuelle Lernfortschritte beschreiben oder Auskunft darüber geben, welche differenzierenden Angebote die Schüler wahrgenommen haben. Das Ziffernzeugnis bietet keinen Platz, um über erworbene Kompetenzen wie kreatives Schreiben und freies Reden, Arbeit in Gruppen und die interpersonelle Kommunikation in der Klasse Auskunft zu geben. An der IGS gibt es daher verschiedene Varianten von Rückmeldungen, die das Ziffernzeugnis ergänzen.

Verbalbeurteilungen

Das Lernverhalten und die Mitarbeit werden halbjährlich in schriftlichen Verbalbeurteilungen beschrieben.

Schüler-Lehrer-Eltern-Gespräche

Am Ende jedes Halbjahres führen die KlassenlehrerInnen mit Eltern und Schülern auf der Grundlage der in dem Halbjahr erbrachten Leistungen Zeugnisgespräche. Dabei ist es wichtig, dass der Lernfortschritt möglichst exakt beschrieben wird und dass am Ende des Gesprächs klare Zielvereinbarungen stehen, die schriftlich festgehalten werden.

Feed-Back Kultur

Von Beginn an werden Schüler/innen aufgefordert, ihren Mitschülern Rückmeldung über die vorgestellten Präsentationen, die ausgelegten Hefte, die vorgetragenen Leistungen zu geben. Die Kriterien der Beurteilung werden vorher vereinbart. Es ist jedes einzelne Mal wichtig, zuerst das Positive zu benennen und mögliche Kritik konstruktiv zu formulieren. Ein solches Schüler-Feedback zieht sich durch die gesamte Schulzeit. Es ist die „andere Seite“ der Selbsteinschätzung. 


Fördern und beraten

Diagnose und Förderung

Klassen- und FachlehrerInnen, Stufenleiter 5-6 und die KollegInnen der Förderschule haben ein waches Auge auf die neuen Klassen, um Lern- und Verhaltensprobleme möglichst frühzeitig zu erkennen und um handeln zu können. In unseren Kennenlern-Gesprächen zu Beginn des Jahrgangs 5 sprechen KlassenlehrerInnen und Eltern über die Lerngeschichte der Kinder. Wenn nötig, wird ein Förderplan erstellt, der Kind, Eltern und Lehrer in die Pflicht nimmt. FörderlehrerInnen von SchülerInnen  mit sonderpädagogischem Förderbedarf arbeiten planerisch mit den Fachlehrern zusammen. Der Fokus der FörderlehrerInnen liegt zwar bei der Förderung der beeinträchtigten Kinder, jedoch profitieren alle Kinder von deren Arbeit.

Beratung im Dialog

Die KlassenlehrerInnen sehen die SchülerInnen täglich, sie haben einen engen Kontakt zueinander und können im Bedarfsfall schnell handeln, wenn etwas nicht stimmt. Im Klassenrat besprechen SchülerInnen ihre Konflikte und Probleme unter Anleitung mit den MitschülerInnen. Durch die Teamstruktur gibt es eine enge Kommunikation zwischen FachlehrerInnen und KlassenlehrerInnen. Es gibt viele Gelegenheiten, mit SchülerInnen Gespräche zu führen – über ihre schulischen Leistungen, über soziales Verhalten, Wünsche und Probleme. Beratung findet im ständigen Dialog statt.

Schullaufbahnberatung

Nach Klassenstufe 7 werden die Kinder in den Fächern Mathematik und Englisch in feste Leistungsniveaus (Grundkurs, Erweiterungskurs 1, Erweiterungskurs 2) eingeteilt. Jeweils zum Halbjahr kann auf Empfehlung der Zeugniskonferenz ein Wechsel erfolgen. 

Mit dem Halbjahreszeugnis im Jahrgang 8 gibt es die erste Abschlussprognose, d.h.: „... wenn dieses Zeugnis das Zeugnis am Ende der Klasse 10 wäre, wäre der Abschluss ......“. Die Prognose dient der Orientierung, um auf den angestrebten Abschluss hinzuarbeiten, wobei in Jahrgangsstufe 8 noch keine Festlegung des Abschlusses erfolgt.

Berufs- und Studienberatung

Unser detailliertes Konzept zur Berufsorientierung und Studienwahl ist in Erarbeitung und wird Ihnen demnächst auf unserer Homepage zugänglich gemacht.


Differenzierung

Die IGS geht vom Prinzip des Förderns, nicht des Aussortierens aus. Daher setzt sie bis zur 10. Klasse auf das Konzept der inneren Differenzierung. Die Schülerinnen und Schüler bleiben in nahezu allen Fächern in der Klasse zusammen. Die Klassengemeinschaft und die Tischgruppe als zentraler Ort des Voneinander- und Miteinander-Lernens bleibt so durchgängig erhalten. Innere Differenzierung als durchgängiges Prinzip bedeutet, dass die SchülerInnen verschiedene Angebote im Unterricht erhalten und unterschiedlich intensive Unterstützung erfahren. (s. Lernen in heterogenen Tischgruppen)


Wir differenzieren

  • in der Menge des Stoffes,
  • im Schwierigkeitsgrad der Aufgaben,
  • in den Materialien, an denen Schüler/innen arbeiten,
  • in den Lernzugängen und
  • in der den SchülerInnen zur Verfügung gestellten Zeit.

Die Notwendigkeit zu differenzieren wirkt sich auf die Organisation des Unterrichts aus und verändert die Unterrichtskultur.
Wir differenzieren nicht dadurch, dass wir Kinder einer Jahrgangsstufe in unterschiedlichen Räumen von verschiedenen Lehrern unterrichten lassen. Die SchülerInnen bleiben meistens im Unterricht zusammen, auch wenn sie nicht immer mit denselben Aufgaben beschäftigt sind. Auf diese Weise profitieren die leistungsschwächeren von den leistungsstärkeren Schülern. Diese wiederum werden häufig durch Nachfragen zu intensiverem Durchdenken angeregt. Auch tragen sie selbst dazu bei, anderen Wissen zu vermitteln – ein wichtiger Baustein für Teamarbeit.

In der klasseninternen Differenzierung bekommen die leistungsstärkeren SchülerInnen schwierigere, thematisch andere oder umfangreichere Aufgaben. Leistungsschwächere SchülerInnen bekommen zusätzliche Übungsmöglichkeiten für grundlegende Fertigkeiten und ergänzende, veranschaulichende Materialien.

Diese Herangehensweise innerhalb des Klassenverbands ermöglicht uns, die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen unserer Schüler zu berücksichtigen und Leistungen angemessen zu bewerten. 

 

Lernen über Fächergrenzen hinaus

Interessen nachspüren, eigene Akzente setzen, über den Tellerrand schauen, Zusammenhänge erkennen, das Leben in die Schule holen und an außerschulischen Lernorten lernen – all dies ist an der IGS möglich und gehört zu unserer Vorstellung von ganzheitlichem Lernen.

Wenn Kinder Fragen zu ihrer Umwelt stellen, sind diese meist nicht nach Fächern sortiert. Will sich eine Schule nach außen öffnen und gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen, muss sie berücksichtigen, dass auch außerhalb der Schule zunehmend interdisziplinär gearbeitet wird. Dem wollen wir uns stellen. Selbst handeln und selbst forschen erhöht die Lernmotivation und ermöglicht allen SchülerInnen individuelle Zugänge zu einem Thema.
Jedes Projekt endet mit einer großen Präsentation – erst innerhalb der Klasse, dann vor den Eltern. So lernen die Kinder das Präsentieren und Moderieren und die Eltern erfahren, was ihre Kinder in der Schule tun.

Lernen über Fächergrenzen hinaus ist in der IGS Trier in folgenden Bereichen verankert:

  • im selbstständigen und offenen Lernen,
  • in unseren fächerübergreifenden Projekten und Präsentationen,
  • in unseren Theater-, Musik- und Sportprojekten,
  • in unseren verschiedenen Praktika,
  • in unseren Austauschangeboten,
  • in Zusammenarbeit mit unseren außerschulischen Kooperationspartnern,
  • in unseren vielfältigen Arbeitsgemeinschaften.

Klassenfahrten

Klassenfahrten sind an der IGS eng mit dem Schulkonzept verknüpft. Von daher ist es unbedingt nötig, dass alle SchülerInnen daran teilnehmen. In den Jahrgängen 5-7 sind die Klassenfahrten Bestandteil der Projekte und setzen das Projektlernen an einem außerschulischen Lernort fort. In den Abschlussjahrgängen findet eine Abschlussfahrt statt, auf der die Klassengemeinschaft noch einmal im Mittelpunkt steht. Die Fahrten werden so gestaltet, dass ein intensives gemeinschaftliches Erlebnis möglich ist.

  • Klasse 5: 2-3 Tagesfahrt an einen nahen Ort in der Region – angebunden an das Projekt: „Wir lernen uns und unsere Schule kennen“. (2. Halbjahr, letzte Schulwoche)
  • Klasse 7: 3 Tage projektgebundene Klassenfahrt (passend zu einem Unterrichtsprojekt).
  • Klasse 9: 1 Woche Gemeinschaftserlebnis und Abschiednehmen. (2. Halbjahr im Frühsommer).
  • Klasse 12: 1 Woche Studienfahrt. (2. Halbjahr)

 

Schwerpunkte und Wahlpflichtfächer an der IGS Trier

Die Erweiterung der Lernzeit in der Ganztagsschule nutzen wir in der Orientierungsstufe unter anderem, um die Interessen der SchülerInnen in den folgenden Bereichen zu stärken und ihre Neigungen im Musischen, Handwerklichen und Sportlichen zu fördern. Ab Klassenstufe 5 können die SchülerInnen der IGS schulische Schwerpunkte wählen. Es werden angeboten:

  • Theater
  • Schach
  • Sport
  • Handwerk und Künste
  • Erlernen eines Blasinstrumentes

Diese Schwerpunkte prägen in besonderer Weise unser Schulleben und dienen der Persönlichkeitsentwicklung. Die SchülerInnen wählen diese frei. Sie erlernen in den Schwerpunkten Verantwortung für sich und ihre Gruppe.

Ab Klasse 6 setzen die Kinder entsprechend ihrer Neigung und Begabung aus unserem breiten, schuleigenen Wahlpflichtfachangebot nochmals eigene Akzente:

  • Französisch
  • Darstellendes Spiel
  • Sport in Freizeit und Beruf
  • Handwerk und Technik
  • Ernährung und Soziales
  • Natur und Wissenschaft
  • Kreatives Gestalten
  • Schach


Evaluationspraxis an der IGS

1. Interne Evaluation:

a. in der Klasse

    • Selbstreflexionen der Schüler/innen nach Projekten, Praktika, Unterrichtseinheiten

b. im Jahrgangsteam

    • Jährliche Teambilanzen aller Jahrgangsteams
    • Feed-Back-Runden nach Projekten und Unterrichtseinheiten

c. auf Schulebene

    • die Steuergruppe Schulentwicklung begleitet alle Arbeitsvorhaben
    • Evaluation der Programmvorhaben des Schulkonzepts
    • Fachkonferenzen tauschen Unterrichtserfahrungen aus und entwickeln sie weiter
    • Teams werten die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten aus
    • regelmäßiger Austausch mit Vertretern der schulischen Gremien (Schulleitung, Personalrat, Schülervertretung, Elternbeirat) und dem Schulträger
    • Befragung von Lehrern, Eltern und Schülern im Rahmen von Selbstevaluation in Schulen (SEIS, www.seis-deutschland.de)

2. Externe Evaluation:

    • Begleitung durch den Fachbereich Bildungswissenschaften der Universität Trier
    • Teilnahme an PISA
    • Prüfung durch die Agentur für Qualitätssicherung in Schulen (AQS)


Arbeitsvorhaben für die Zukunft:

  • Einführung von Kollegialer Fallberatung
  • Erstellung eines Fortbildungskonzeptes
  • Erstellung eines Oberstufenkonzeptes
  • Erstellung eines Berufsorientierungskonzeptes
  • Überarbeitung des Ganztagskonzeptes
  • Siehe u.a. demnächst auf der Homepage den Bericht über die Arbeit in den schulinternen Arbeitskreisen


 

 





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