Bruchstücke

Bruchstücke“ – „Dieses Stück kann so richtig „süchtig“ machen!“

Aus dem Publikumsraum ertönt der Aufschrei “Ich bin ja so eifersüchtig!“. Ihm folgt aus einer anderen Ecke der lautstarke Vorwurf:“ Ich soll putzsüchtig sein? Also das ist doch die Höhe!“ Mit diesen und mehr Wortspielen leitet die Jahrgangsstufe 7 Darstellendes Spiel der IGS Trier ihre diesjährige Inszenierung „Bruchstücke“ ein. „Sie wollen kein ganzes Stück zeigen. Bruchstücke zum Thema Drogen wollen sie zeigen“, erklären sie in ihrem Prolog und hoffen, dass sich diese Stücke im Kopf der Zuschauer zusammensetzen. Wie ein antiker Chor tauchen in Lederjacke und mit Sonnenbrille die schwarzen, coolen Damen mit Herr auf (Vanessa Lambrich, Michelle Kochan, Catharina Zimmer, Alicia Natter, Justin Adrian). In Jugendsprache versetzen sie sich hautnah in die verschiedenen Situationen, warum Jugendliche Drogen nehmen. Sie bringen dem Publikum in einer Talkshow um die beste Droge die Nebenwirkungen von Drogen mit vielen Lacheinlagen nahe.

 

Auch mit aktueller und klassischer Lyrik trumpfen sie gekonnt auf.

Nach der Frage, wohin Drogen führen, stellen sie am Schluss die Freundschaft als Gegenmittel an höchste Stelle. Dieser Chor ist der perfekte theatralische Rahmen für die eigentlichen Szenen, in denen fünf Jugendliche ihre Drogenschicksale spielen und darüber erzählen.

Janina (Celina Rosenbach) findet, sie sei zu dick und sie müsse abnehmen. Sie läuft und isst fast nichts mehr. Schließlich nimmt sie Abführmittel.

 

Merle (Monika Da Carmo Coehlo) hat mal einen Joint geraucht. Da ist ihre Mutter in die Party hineingeplatzt und hat den ganzen Spaß verdorben.

               

„Echt peinlich!“, fand das ihre Freundin Nora (Lara Kreid). Dabei raucht Merles Mutter (Sarah Ahmed) selbst.

Nic (Jakob Mohr) bewundert den coolen Kim (Antonio Wieneke).

Kim ist aber alkoholsüchtig, hat viele Schulden gemacht, um sich den Alkohol zu besorgen und wurde dann zusammengeschlagen (Benedikt Spang).

 

Detlef (James Sharkey) ist spielsüchtig. Er hat hohe Schulden. Aber er glaubt immer noch, dass er irgendwann Glück hat. Einmal muss jeder Glück haben. „Er kam aus den besten Verhältnissen“, sagt die Stimme aus den off (Leo Grösser).

Hanna (Annika Lösecke) ist einfach nur lebenslustig und liebt Partys, Jungs und Tanzen. Sie hat einmal eine Pille geschluckt, Extacy. Die war wohl gestreckt, sie ist daran im Krankenhaus gestorben. 

Zwei Sprayerinnen leiten die Szenen ein und erklären ganz nebenbei, was es mit Extacy, Magersucht, Alkoholsucht, Nikotinsucht und Spielsucht so in Deutschland auf sich hat(Paula Vogel, Nathalie Haase).

Einstudierte Tanz- und Rappeinlagen dienten als zusätzlichen, mitreißenden „breaks“.

Die Licht- und Tontechniker (Jana Schwinn, Jens Schmitt, Lukas Baumann) hoben die einzelnen Szenen gekonnt hervor und eine Souffleurin (Lea Karnap) gab den Schauspielern und Schauspielerinnen die nötige Sicherheit.

Unter der Federführung und Regie von Lehrerin Karin Urschel war die Premiere am 21.1.2013 und die vier folgenden Aufführungen an der IGS Trier ein großer Erfolg. Viele Erwachsene lobten die gelungene, bruchlose Kombination von Jugendsprache, Fernsehjargon und Klassik. Das jugendliche Publikum war begeistert. Manche fanden die Lichteffekte mit Schwarzlicht und das Sprühen auf der Bühne cool. Anderen waren die Informationen zu den einzelnen Drogen wichtig. Ältere Mitschüler fühlten sich betroffen und meinten: „Seltsam, dass die Siebtklässler unsere Probleme darstellen!“ Aber auch wenn mit 12 Jahren das Einstiegsalter ist, dann sind Drogen immer und für alle ein Problem. Mit diesem Theaterstück haben der Theaterjahrgang 7 und Frau Urschel uns auf unterhaltsamste Weise darüber wieder einmal zum Nachdenken gebracht. (K. Urschel)




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