Schulschachmeisterschaft 2017

Tagesbericht vom 18. Mai 2017
 
Um 9:30 Uhr trafen sich fünf gut gelaunte Schachmädchen (Anne Ehbock – 7a / Patricia Kopczynski – 8 b / Nina Becker – 8 b / Alexa Burger – 9 a / Hailun Dashdavaa – 10 c) mit ihrem Schachlehrer Herrn Mallmann, um die Reise nach Berlin anzutreten. Herr Mallmann staunte während der siebenstündigen Fahrt manchmal sehr. Da wurden unterwegs Englischvokabeln gebüffelt, Mathematikaufgaben wiederholt und es wurde viel gespielt (Stadt, Land, Fluss / Schiffe versenken und natürlich Schach). Es war eine kurzweilige Fahrt und es wurde viel gelacht. Mit einer halben Stunde Verspätung rollte der Zug dann in unserer Hauptstadt ein, das Hotel wurde bezogen und schon fuhren die Mädels zum Alexanderplatz, um eine erste Stadterkundung durchzuführen. Herr Mallmann hingegen saß auf der Betreuerbesprechung und musste miterleben, dass die Auslosung unserer Mannschaft die stärkte Mannschaft im Turnier gleich als ersten Gegner bescherte. Die Mannschaft vom Deutschorden-Gymnasium aus Bad Mergentheim ist hoher Turnierfavorit, und von unseren Mädchen sicher schwer zu besiegen. Hailun, Alexa, Patricia und Anne werden es morgen früh dennoch versuchen. Wir hoffen, dass die ganze Schulgemeinschaft der IGS dem Team die Daumen drückt! Wir geben unser Bestes, schließlich kommt es nicht oft vor, dass ein Team unsere Schule bei einer Deutschen Meisterschaft vertreten darf.
 
Tagesbericht vom 19.05.2017

Am Beginn unserer ersten Deutschen Meisterschaft wartete direkt ein ganz harter Brocken auf uns. Mit dem württembergischen Meisterteam aus Bad Mergentheim hatten wir wirklich ein schweres Los gezogen. Und es wurde tatsächlich hart. Patricia lief in eine Eröffnungsfalle ihrer Gegnerin und verlor schnell Material und kurze Zeit später auch die Partie. Hailun am ersten Brett traf auf eine Gegnerin, die in etwa die Spielstärke von Herrn Mallmann besitzt. Hier war nicht viel zu machen und es stand schnell 0-2 gegen uns. Alexa und Anne kämpften tapfer und verloren erst nach Ausnutzung ihrer gesamten Bedenkzeit. Das erwartete 0-4 war damit aber Realität geworden. Ein Trost war es, dass Nina im Ersatzspielerinnenturnier einen Sieg für unser Team einfahren konnte.

In der zweiten Runde rechneten wir uns Chancen aus gegen den hessischen Meister aus Mörfelden-Walldorf. Leider erwiesen sich aber auch die Mädels der dortigen Bertha-von Suttner-Schule als eine Nummer zu groß. Patricia musste erneut in der Eröffnung Federn lassen und konnte das Blatt nicht mehr wenden. Alexa verlor in guter Stellung einen Springer und damit auch das Spiel. Hailun hatte ihre Dame eingebüßt und Nina einen Turm. Während Nina die Waffen strecken musste, gelang Hailun nach langen Kampf noch ein Remis – der erste halbe Brettpunkt bei einer Deutschen Meisterschaft war realisiert. Die jungen Hessinnen stellten übrigens eine reine Multikulti-Truppe, da die Mädels ihre Wurzeln in Spanien, in Russland, in Panama und Surinam hatten. Unser Team komplettierte das Bild und steuerte neben deutschen auch polnische Wurzeln und mongolische Wurzeln bei – ein wirklich schönes Bild, welches sich hier an den Brettern die die Welt bedeuten, zeigte. Im Ersatzspielerinnenturnier musste unsere Anne eine Niederlage hinnehmen.

Die dritte Runde bescherte uns die Katholische St. Marien-Schule aus Berlin. Eine Schule vom gastgebenden Verband war für uns natürlich eine besondere Herausforderung und wir gingen neu motiviert in den Kampf. An diesem Nachmittag lief es aber absolut übel. Ob es an der großen Hitze im Turniersaal lag oder an der Faszination Berlins – wir wissen es nicht. Jedenfalls hatten sich recht schnell die Damen von Patrizia, Anne und Nina vom Brett verabschiedet und damit waren die Partien praktisch verloren. Lediglich Haliun erreichte Normalform und erkämpfte sich ihren ersten Sieg. Nun findet sich unser Team auf dem vorletzten Platz im Turnier wieder. Die Trauben bei einer Deutschen Meisterschaft hängen eben hoch. Wir geben aber nicht auf und werden morgen fighten.

Beste Grüße aus dem sonnigen Berlin senden

Hailun, Nina, Patricia, Alexa, Anne und

Bernd Mallmann
 
Tagesbericht vom 20.05.2017

In der vierten Runde trafen wir auf den dreimaligen Meister des Landes Brandenburg. Uns war klar, dass eine Niederlage uns auf den letzten Platz bugsieren würde. Dies wollten wir unbedingt verhindern und kämpften dieses Mal wirklich hart. So kam es, dass sich auf allen Brettern schnell für uns vorteilhafte Stellungen ergaben. Am schnellsten realisierte Patricia am vierten Brett den Sieg. Sie hatte im Mittelspiel einige Bauern gewonnen, die sich im Endspiel in Damen verwandelten, sodass ihre Gegnerin schließlich mattgesetzt wurde. Durch ein Familienschach hatte Alexa am dritten Brett eine Dame gewonnen. Sie spielte danach souverän, leider setzte sie ihre Gegnerin am Ende patt und konnte den Vorteil somit lediglich zu einem Remis verwerten. Hailun am zweiten Brett ließ sich wieder einmal nicht die Butter vom Brot nehmen. Sie spielte von Anfang an eine souveräne Partie, die sie mit einem schönen Mattangriff krönte. Nina am ersten Brett hatte im Mittelspiel einen Bauern gewonnen. Diesen kleinen Vorteil hielt sie bis ins Endspiel und verwertete ihn dort zum Sieg. Die Oberschule Aldoph Diesterweg aus Henningsdorf war mit 3,5 – 0,5 geschlagen. Dies war der erste Sieg eines Schulteams der IGS Trier bei einer Deutschen Schulmeisterschaft und kann somit wohl als historisch für unsere Schule bezeichnet werden. In der nächsten Runde wartet mit dem Gymnasium Gadebusch der Meister aus Mecklenburg-Vorpommern auf uns. Vielleicht lässt sich die Erfolgsserie gegen ostdeutsche Landesmeister fortsetzen. Im Ersatzspielerturnier verlor Anne nach spannendem Partieverlauf.

In der fünften Runde gewannen Patricia und Alexa schon in der Eröffnung eine Figur. Während Patricia die Figur halten konnte, musste Alexa sie leider zurückgeben. Danach kippte die Partie zu Gunsten ihrer Gegnerin. Zum Glück gewann Patricia ihre Partie souverän und glich zum 1-1 aus. Hailun patzte bei einer Kombination und statt besser zu stehen, hatte sie plötzlich zwei Figuren weniger. Sie kämpfte aber tapfer weiter. Nina am ersten Brett hatte einen Turm gegen einen Läufer und einen Bauern gegeben. Hinzu kam, dass ihre Gegnerin einen Königsangriff startete. Dabei verbrauchte sie aber enorm viel Zeit. Hailun war es inzwischen gelungen eine Figur zurück zu gewinnen und die Lage gestaltete sich etwas freundlicher. Auf Ninas Brett spitze sich die Situation inzwischen dramatisch zu. Ninas Gegnerin hatte die deutlich bessere Stellung aber kaum noch Zeit. Inzwischen hatte Hailuns Gegnerin die zweite Figur verloren und bot zeitgleich mit Ninas Gegnerin Remis an. Hailun nahm sofort an und Nina lehnte eiskalt ab. Sie wollte es jetzt wissen – entweder mit fliegenden Fahnen untergehen oder siegen. Nach Ninas Entscheidung wurde ihre Gegnerin zunehmend nervöser und verlor die Partie tatsächlich durch Zeitüberschreitung. Damit hatte unser Team nach den Brandenburger Landesmeister nun auch noch den Meister Mecklenburg Vorpommerns geschlagen. Im Ersatzspielerturnier stand Anne klar auf Gewinn, verlor aber leider am Ende die Nerven und damit auch die Partie.

Mit dem Gymnasium am Mühlenberg aus Bad Schwartau hatten wir es in der sechsten Runde nun mit dem schleswig-holsteinischen Meister zu tun. Wir wollten natürlich alles versuchen, um zu gewinnen und damit unser Punktekonto auszugleichen. Hailun, die prima in Form ist und super kämpft, zeigte auch von Anfang an, dass sie nicht gewillt war ihrer Gegnerin auch nur die geringste Chance einzuräumen. Hailun spielte eine saubere Partie und gewann sicher. In der Eröffnung büßte Patricia zwei Bauern ein und lief diesem Rückstand bis zum Partieende hinterher ohne ihn ausgleichen zu können, es stand nun 1-1. Ninas Gegnerin riskierte am ersten Brett ein Qualitätsopfer um offenes Spiel zu bekommen. Der Plan ging auf und wir lagen 2-1 hinten. Nun kam alles auf Alexa an. Sie lehnte alle Remisangebote ihrer Gegnerin ab und führte ihre Partie souverän bis zum Matt. Wir hatten ein 2-2 erreicht und einen Supertag erwischt. Zwei Siege und ein Unentschieden stehen zu Buche. Morgen können wir nun durch einen Sieg in der Schlussrunde sogar eine ausgeglichene Bilanz erreichen. Damit hätten wir nie gerechnet. Wir haben jetzt schon  mehr erreicht als wir je erhofft hatten. Der morgige Gegner ist die Oberschule am Barkhbof, der Landesmeister der Hansestadt Bremen. Etwas getrübt ist die Stimmung dadurch, dass Anne im Ersatzspielerturnier erneut verloren hat. Sie wartet immer noch auf den ersten Sieg, der sich hoffentlich morgen in der letzten Runde einstellen wird!

Beste Grüße aus der Bundeshauptstadt wünschen

Alexa, Anne, Nina, Patricia, Hailun und

Herr Mallmann
 
Tagesbericht vom 21.05.2017
 
Gegen unseren letzten Gegner in dieser Deutschen Mannschaft die Oberschule am Barkhof, den Landesmeister der Hansestadt Bremen, ging es richtig spannend zu. Nina hatte in der Eröffnung einen Bauern gewonnen, geriet dafür allerdings in einen Königsangriff ihrer Gegnerin. Da Nina inzwischen einige Erfahrung mit offenen Stellungen hat, stürzte sie sich einfach in den Gegenangriff und startete ihrerseits einen Königsangriff. Nun ging es um Geschwindigkeit, wem würde es gelingen mit dem eigenen Angriff schneller durchzudringen? Auch Hailun am zweiten Brett hatte in der Eröffnung einen Bauern gewonnen, ansonsten ging es auf ihrem Brett aber ruhig zu. Dies lag sicherlich auch daran, dass nur noch wenig Material da war, unter anderen ungleichfarbige Läufer, die häufig ein Garant für ein Remis sind. Patricia hatte in der Eröffnung zwei Bauern eingebüßt. Danach hätte sie durch eine Bauerngabel allerdings eine Figur gewinnen können, dies übersah sie aber leider und verlor selber einen Springer und damit die Partie. Auch Alexa hatte zu Beginn des Mittelspiels einen Springer verloren, kompensierte diesen Materialrückstand aber super durch gutes Spiel mit ihrem Turm. Am Ende verlor ihre Gegnerin zuerst die Übersicht, dann den Springer und am Ende gar die Partie. Etwa zur gleichen Zeit bewies Nina wieder einmal, dass sie inzwischen über Nerven aus Stahl verfügt und zog ihre Gegnerin in absolut chaotischer Stellung in ein Mattnetz. Damit lag unser Team mit 2-1 in Führung. Wie immer in dieser Woche war auf die Älteste im Team Hailun Verlass. Sie spielte ihr Spiel ganz ruhig weiter, bis ihrer Gegnerin nicht anderes übrig blieb als Remis anzubieten. Damit hatten wir das letzte Spiel der Meisterschaft gewonnen und glichen unser Score aus. Den drei Niederlagen vom ersten Tag stehen am Ende drei Siege und ein Unentschieden gegenüber. Wir haben dabei eine absolut tolle Moral bewiesen, drei Landesmeister geschlagen, sind insgesamt auf Platz 15 gelandet (bei 26 Teilnehmern) und liegen weit vor dem Rheinland-Pfalz-Meister von der IGS Landau. Das Turnier ist richtig toll gelaufen und wir sind mächtig stolz, unsere Schule, unsere Heimatstadt und unser Bundesland würdig vertreten zu haben!! Auch für Anne gab es ein HappyEnd. Im letzten Spiel ist es ihr endlich gelungen einen schönen Sieg herauszuspielen!!

Zum letzten Mal verabschieden sich absolut glücklich

Hailun, Nina, Patricia, Alexa, Anne und

Herr Mallmann!

 


Mädchen der Integrierten Gesamtschule fahren zur Deutschen Schulschachmeisterschaft

Im Mai finden in der Bundeshauptstadt Berlin die Deutschen Schulschachmeisterschaften der Mädchen statt. Trier spielt seit vielen Jahren eine große Rolle bei diesem Turnier. Die Mädchenmannschaften des Auguste-Viktoria-Gymnasiums waren oft sehr erfolgreich und konnten sogar einmal den Deutschen Meistertitel erringen. In diesem Jahr sind es allerdings nicht die Mädchen vom AVG, sondern erstmals vier Mädchen der Integrierten Gesamtschule Trier, die zur Deutschen Schulschachmeisterschaft fahren.

Seit Bestehen der IGS Trier spielt Schach hier eine große Rolle. So führte die Schule als erste in Deutschland das Wahlpflichtfach Schach ein. Damit war man Vorbild für weitere Schulen im ganzen Land, die dem Beispiel folgten und Schach inzwischen als Fach eingeführt haben. So unterrichten in Hamburg beispielsweise einige Schulen das Fach nach dem Lehrplan der IGS Trier.

Auch ansonsten war die Schule was Schach angeht sehr erfolgreich. 2015 bekam sie das Prädikat „Deutsche Schachschule“ verliehen und dies mit der Höchstpunktzahl, die vergeben werden kann. Auch dies ist einzigartig in Deutschland. 2015 wurde dann auch noch der Schachlehrer der Schule Bernd Mallmann zum Deutschen Schachlehrer des Jahres gewählt.

Zudem gibt es an der Schule eine weitere Besonderheit. 2013 wurde hier einer der wenigen Schulschachvereine Deutschlands gegründet. Der Verein verfügt in dieser Saison über vierzig Mitglieder und spielt mit vier Mannschaften in den Ligen des Schachbezirks Trier. Der ersten Mannschaft ist das Kunststück gelungen über die C-Klasse, in die B-Klasse, dann in die A-Klasse und nun sogar in die Bezirksliga aufzusteigen. Für einen Verein, der fast ausschließlich aus Schülerinnen und Schülern besteht ist dies eine beachtliche Leistung.

Die Teilnahme der Mädchen an der deutschen Schulschachmeisterschaft stellt aber sicherlich den bisherigen Höhepunkt des Schachschwerpunktes an der IGS Trier dar. Im Februar waren die Mädchen mit ihrem Schachlehrer Bernd Mallmann eigens in ein viertägiges Trainingslager gefahren, um sich auf die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft vorzubereiten. Dort wurde zwar die IGS Landau Landesmeister, allerdings ging es knapp zu und so genehmigte die Deutsche Schachjugend den Trierer Mädchen ebenfalls die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft.

Die Schachmädchen, die inzwischen auch alle im Schulschachverein der IGS Trier spielen, freuen sich sehr über die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft.

Die Mannschaftsführerin Nina Becker (1. Brett):

 

„Den Titel werden wir sicher nicht gewinnen, aber wir können viele Erfahrungen sammeln und vielleicht in einem der nächsten Jahre ganz vorne landen!“

 

 

 

Die „Seniorin“ im Team Khaliun Dashdavaa (2. Brett):

 

„Unsere Schule ist ja auf der Suche nach einem Schulnamen. Ich finde, dass Besondere an unserer Schule ist der Schachschwerpunkt. Daher sollten wir die Schule nach einem Schachspieler benennen, beispielsweise könnten wir uns Integrierte Emanuel Lasker Gesamtschule Trier nennen. Immerhin war Lasker der bisher einzige deutsche Weltmeister und noch dazu über 27 Jahre lang, was einen einzigartigen Rekord bedeutet!“

 

Das „Kücken“ im Team Patricia Kopczynski (4. Brett):

„Ich freue mich auch auf Berlin und bin sehr gespannt mir die deutsche Hauptstadt ansehen zu können.“

 

 

 

 

 

Bernd Mallmann (Schachlehrer an der IGS Trier):

„Ich bin unheimlich stolz auf meine Schachmädels und freue mich total darüber, dass sie das einzigartige Erlebnis haben werden an einer Deutschen Meisterschaft teilzunehmen!“




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